Helfer vor Ort
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Seit 01. Mai 2005 existiert die HvO (Helfer vor Ort)-Gruppe Eichendorf. Dabei handelt es sich um eine organisierte Erste-Hilfe-Gruppe, die zusätzlich zum Rettungsdienst alarmiert wird. Sie setzt sich aus dafür gemäß gesetzlicher Vorgaben ausgebildeten Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und der BRK-Bereitschaft Eichendorf zusammen.
Die Idee des First Responder stammt ursprünglich aus den USA und heißt wörtlich „zuerst reagieren“. So wurden Anfang der 90er im Münchner Raum die ersten Gruppen als Pilotprojekt gestartet und sind auch dort seither nicht mehr aus dem Rettungswesen wegzudenken.
Im ländlichen Gebieten vergeht mehr Zeit als in der Stadt bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes. Die erfolgreiche Erstversorgung von Notfallpatienten, zum Beispiel beim „plötzlichen Herztod“ ist aber von kurzen Hilfsfristen abhängig, können doch wenige Minuten über Leben oder Tod entscheiden: z. B. beim Kammerflimmern, das nur mit einem Defibrillator behandelbar ist, sinkt mit jeder Minute Verzögerung die Überlebenschance um etwa zehn Prozent.
Für die Großgemeinde Eichendorf hat der reguläre Rettungsdienst relativ lange Anfahrtswege und Ersthelfer haben oft nicht das Wissen und die Sicherheit um lebensrettende Sofortmaßnahmen sinnvoll einzuleiten, sodass es für die Patienten unter Umständen zu spät sein kann, bis der Rettungswagen aus Landau, Frontenhausen, Arnstorf, Osterhofen oder Plattling vor Ort sein kann. Aus diesem Grund unterstützen die „First Responder“ oder „Helfer vor Ort“ die Rettungskette, indem sie genau diese benötigte schnelle und qualifizierte Hilfe mit dem entsprechenden Gerät stellen, bis die Patienten durch den Rettungsdienst weiterbehandelt werden können. Die Ersthelfer verstehen sich also in keiner Weise als Ersatz für den Rettungsdienst, sondern nur als sinnvolle Ergänzung.
Die Erkenntnis, dass eine deutliche Verkürzung des therapiefreien Intervalls nur möglich ist, wenn ausgebildete Ersthelfer, die direkt vor Ort sind, mit den Sofortmaßnahmen beginnen und diese bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes weiterführen, hat die Eichendorfer Stützpunktwehr und BRK-Bereitschaft im Jahr 2004 dazu bewogen, ihre Kräfte auf diesem Gebiet zu bündeln, und eine solche Hilfsgruppe für das Gemeindegebiet aufzustellen. Federführend waren hier der erste Kommandant der Wehr Eichendorf, Hans-Peter Wandinger und der Leiter der BRK-Bereitschaft, Manfred Stieber, der seither die nichtärztliche Leitung der Gruppe inne. Da wir bei der Gemeindeverwaltung Eichendorf nur offene Türen vorfanden, stand der Gründung dieses Dienstes nichts mehr im Weg.
Grundvoraussetzung für eine qualifizierte Erst Hilfe sind umfangreiche Ausbildungsmaßnahmen und eine entsprechende Ausrüstung. Alle Mitglieder der First Responder-Einheit benötigen mindestens die Sanitätsausbildung (Teil A und B), eine Früh-Defibrillations-Ausbildung und ein Praktikum im Rettungsdienst. Wer Interesse am HvO-Dienst hat, kann sich jederzeit beim monatlichen Ausbildungsabend (meist am ersten Montag im Monat im Gasthaus Kapfinger - siehe Presse) unverbindlich informieren.
Die vorgeschriebenen Bereitschaftszeiten sind wochentags von 20 Uhr bis 5 Uhr morgens und am Wochenende von Freitag 20 Uhr bis Montag 5 Uhr früh. In diesen Zeiträumen übernimmt ein Team aus meist zwei Helfern die Bereitschaft von zuhause aus und rückt von dort nach Alarmierung durch die zuständige Leitstelle in Landshut mit einem Einsatzfahrzeug zum Notfallort aus. Die Alarmierung erfolgt ausschließlich parallel zum Rettungsdienst durch die Rettungsleitstelle in Landshut, Notrufnummer ist die „112“. Auch außerhalb der o.g. Bereitschaftszeiten wird der HvO Eichendorf mitalarmiert; wenn sich der eingeteilte Helfer nicht in seiner regulären Arbeit befindet oder nicht anderweitig gebunden ist, wird auch dann ausgerückt.
Finanziert wird die Einrichtung zum größten Teil aus Spenden der Bevölkerung, hervorzuheben sind hier vor allem die Eichendorfer Geschäftwelt und viele Vereine, lediglich die Spritkosten belasten noch den Gemeindesäckel.
Die Spenden werden selbstverständlich nur für Ausrüstung, Bekleidung und Ausbildung verwendet. Besondere Anschaffungen sind derzeit nicht geplant, jedoch verschlingt der laufende Betrieb erhebliche Summen: Fahrzeugunterhalt (Baujahr 1999 !), Ersatzbeschaffungen bzw. Reparaturen von medizinischer und technischer Ausrüstung, Reinigungsgebühren, Verbrauchsmaterial und Ausbildungen).
Zwei Fragen, die sehr oft gestellt werden, betreffen ebenfalls die Finanzierung:
- Die im HvO-Dienst eingesetzten Helfer arbeiten ehrenamtlich, d.h. sie erhalten selbstverständlich keine Aufwandsentschädigung oder gar Gehalt.
- Die Einsätze werden nicht „abgerechnet“, d.h. für diesen Dienst fallen keine Kosten für Patienten oder Krankenkassen an.
Im Jahr 2009 wurden 180 Einsätze gefahren, eine Zahl die eigentlich unkommentiert bleiben könnte. Wurde der Bedarf und die Machbarkeit anfangs noch von einigen Skeptikern angezweifelt, konnten mittlerweile die Meisten durch den Erfolg der Helfer vor Ort überzeugt werden.
