News Archiv

Ernstfall bei Biogasanlage geübt

80 Wehrmänner und –Frauen aus sechs Wehren bei Großeinsatzübung Eichendorf/Attenkaisen. (suz)

„Gasaustritt in einer Biogasanlage in Attenkaisen - drei Personen werden
vermisst“, lautete die Alarmierung zur Großeinsatzübung am vergangenen
Freitag, zu der die Freiwilligen Feuerwehren Eichendorf, Adldorf,
Hartkirchen, Prunn, Rengersdorf und Indersabach gerufen worden waren.
Insgesamt waren 80 Wehrmänner und –Frauen im Einsatz, um den Ernstfall in
Attenkaisen zu üben.
Innerhalb weniger Minuten nach der Alarmierung war die Ortswehr Indersbach
am „Einsatzort“ und sofort verschaffte sich der Indersbacher Kommandant
Stephan Esterl nach dem Eintreffen am Übungsobjekt einen Überblick über das
Ausmaß des „Unglücks“. Als zuständiger Kommandant übernahm Esterl die
Einsatzleitung und besonders wichtig für den Einsatzleiter war es zu
wissen, wie viele Personen vermisst wurden. Von Seiten des Betreibers der
Biogasanlage wurde ihm mitgeteilt, dass drei Personen nach Wartungsarbeiten
nicht mehr auffindbar waren. Fast zeitgleich mit der Ortswehr Indersbach,
traf auch die benachbarte Stützpunktwehr Adldorf am „Unglücksort“ ein.
Sofort wurden die ersten „Rettungsversuche“ von der Wehr Adldorf
eingeleitet und unter schwerem Atemschutz wurden die ersten vermissten
Personen gerettet. Nach dem Eintreffen der Stützpunktwehr Eichendorf an der
Einsatzstelle, teilte Esterl die Wehr zur Personensuche mit schwerem
Atemschutz ein. Mit dem Gasmessgerät der Wehr Eichendorf wurde die
Gas-Konzentration ermittelt und so konnte der Sicherheitsabstand für die
eingesetzten Kräfte ermittelt werden. Während die beiden Stützpunktwehren
und die Ortswehr Hartkirchen mit der Personenrettung beschäftig waren,
errichteten die Wehren Prunn, Rengersdorf und Inderbach die benötigte
Wasserversorgung für den Einsatz und errichteten Widerstandslinien, um ein
Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude zu vermeiden. Die geretteten
Personen wurden mit Krankentragen an einen Sammelplatz gebracht und
sogleich medizinisch versorgt. Mit strengem Blick verfolgte das
Schiedsrichterteam mit Kreisbrandrat Josef Kramhöller, Kreisbrandinspektor
Dionys Härtl, Kreisbrandmeister Hans Kulzer und Kreisbrandmeister Max
Schraufnagl den Übungsverlauf und jeden einzelnen Handgriff der Wehrmänner
im Detail. Nachdem alle Personen gerettet und versorgt waren, versammelten
sich die Übungsteilnehmer um das Schiedsrichterteam zu einer ausführlichen
Übungsbesprechung. Dabei lobte Kreisbrandrat Josef Kramhöller das gezielte
und korrekte Vorgehen der Wehrmänner am „Einsatzort“ und die sichere und
gekonnte Ausübung aller Handgriffe. Als herausragend wurde auch das
perfekte Zusammenspiel der sechs beteiligten Wehren gewürdigt, deren Arbeit
reibungslos ineinander griff. Der Kreisbrandrat ging auch auf das Thema der
Brandschutzwoche ein „Ihre Feuerwehr – Zupacken statt zuschauen!“ Mit der
diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche möchten die über 320.000
Feuerwehrdienstleistenden Bayerns darauf aufmerksam machen, dass sie
Zivilcourage zeigen, in dem sie „Zupacken, statt Zuschauen“, erklärte der
Kreisbrandrat. Viele Worte des Lobes hatte auch Stellvertretende
Bürgermeisterin Dr. Petra Loibl für alle Übungsteilnehmer, die das
Geschehen  mitverfolgt hatte. 80 Feuerwehrmänner haben in der Übung wieder
einmal sehr deutlich demonstriert, dass die Freiwilligen Feuerwehren auf
jeden Ernstfall bestens vorbereitet sind, und den Menschen in Not sofort
und qualifiziert Hilfe leisten können, zollte Loibl den Wehren ihre
Anerkennung. Die stellvertretende Rathauschefin bedankte sich für die
selbstlose und unermüdliche Einsatzbereitschaft aller Wehrmänner „um Gottes
Lohn“, und ihre Bereitschaft, ihre Freizeit für Aus-, Fort-, und
Weiterbildungen sowie Übungen zu opfern. Gerade solche Übungen seien
wichtig und wertvoll, betonte Dr. Loibl, da es sehr viele Bio-Gasanlagen in
der Gemeinde Eichendorf gibt, und durch solche Übungen sind die Feuerwehren
auch hier für den Ernstfall gewappnet. Auch Kommandant Stephan Esterl
bedankte sich bei allen Wehrmännern der sechs beteiligten Wehren für das
hervorragende Zusammenspiel. Kreisbrandmeister Max Schraufnagl bedankte
sich besonders beim „Brandleider“ und den eingesetzten Wehren und betonte
nochmals, wie wichtig solche Übungen sind, damit die Wehren bei einem
möglichen Ernstfall gerüstet sind. Mit einen kleinen Umtrunk und reger
Diskussion über den Übungsverlauf, wurde die Übung beendet.

BILDER