Chronik
In der Chronik geblättert
Hier muss eingangs festgestellt werden, dass die Aufzeichnungen der Feuerwehr Eichendorf leider sehr lückenhaft sind.
Ursprünglich wurde angenommen, dass in den Wirren der beiden Weltkriege eben zahlreiche Unterlagen verloren gingen. Jedoch konnte in Gesprächen mit älteren Eichendorfer Bürgern und solchen, die früher einmal aktiv waren, in Erfahrung gebracht werden, dass "anno dazumal" halt bei weitem nicht alles niedergeschrieben wurde.
Trotzdem konnte in eben solchen Gesprächen die Vereinsgeschichte der Feuerwehr Eichendorf immer wieder nachvollzogen und so zahlreiche Lücken in den Annalen des Vereins geschlossen werden.
Das anstehende 150-jährige Gründungsjubiläum mit Segnung der restaurierten Fahnen ist Anlass genug, um einmal in den Aufzeichnungen zu blättern. Beginnen wir also ganz vorne, bei der
1862 Gründung der Feuerwehr Eichendorf
Bürger des Marktes, so wird berichtet, saßen einst am 28. Oktober 1862 im Postbräu beisammen. Ein sogenannter "wilder Gesangsverein" hatte sich gebildet. Es wurden Heimat und Volkslieder gesungen. "Wild" wurde der Verein deshalb genannt, weil keine Vorstandschaft seine Geschicke leitete.
Gegen 23.00 Uhr wurden die Sänger von einem Feueralarm aufgeschreckt. Beim "Flieger" (Hausname) am Oberanger war ein Zimmerbrand ausgebrochen, dem das aus Holz erbaute Wohnhaus schnell zum Opfer fiel. Da sich fast alle Sangesbrüder an den Lösch- und Rettungsarbeiten beteiligten, war dies acht Tage später der Anlass dazu, eine Feuerwehr ins Leben zu rufen.
Eine handvoll gestandener Mannsbilder hatte aus dem besagten Wohnhausbrand die Lehren gezogen und schon damals erkannt, dass man die Bekämpfung der Feuersgefahr nicht länger dem Zufall überlassen könne und dass ein Löscherfolg, wenn überhaupt, nur von gut ausgebildeten und entsprechend ausgerüsteten Feuerwehrmännern zu erzielen sei.
Ein zunächst kleiner Kreis von Bürgern ergriff die Initiative. Dieser Wille, die bürgerliche Hilfsbereitschaft zu organisieren, Ausrüstung und Geräte anzuschaffen, eine gut geschulte Mannschaft heranzubilden, um künftig von Feuersgefahr bedrohten Mitbürgern und deren Besitz besser beistehen zu können, führte zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eichendorf.
Das genaue Datum der Gründungsversammlung ist nicht überliefert. Es heißt lediglich, dass sie schon eine Woche nach dem Brand im Oberanger einberufen wurde. Sie musste also Anfang November 1862 stattgefunden haben und wurde, das ist notiert, in der Gastwirtschaft "Zum Staudingerbräu" abgehalten.
Als Gründungsmitglieder sind namentlich erwähnt:
- Xaver Wahirab, Zinngießermeister; Eichendorf
- Thadäus Biermeier, Hafnermeister; Eichendorf
- Eduard Schauer, Lebzelter; Eichendorf
- Xaver Federkiel, Spediteur und Bäcker; Eichendorf
- Martin Kainzbauer, Kaminkehrer; Eichendorf
- Karl Fegele, Schneider; Eichendorf
- Anton Pammer, Sattlermeister; Eichendorf
- Reichenwallner, Brauereiinhaber; Eichendorf
- sowie der damalige Bürgermeister und noch weitere Bürger, die aber nicht namentlich aufgeschrieben wurden.
Bei dieser Versammlung wurde unsere Freiwillige Feuerwehr gegründet. Eichendorf gab damals für den gesamten Landkreis ein Beispiel zur Nachahmung. An den eigentlichen Gründungsanlass erinnerte lange Zeit am Oberanger eine angebrachte Inschrift folgenden Wortlautes: "Hier in diesem Haus war ein Brand, aus dem die Feuerwehr entstand." Schade, dass diese Tafel heute nicht mehr vorhanden ist.
über den Mannschaftsstand und die Ausrüstung in den ersten zehn Jahren des Bestehens weiß man kaum noch etwas, doch darf man annehmen, dass die Wehr schon bald einsatzbereit war, eifrig geübt und nach und nach eine ausreichende Ausrüstung angeschafft wurde.
1872 schon die erste Fahnenweihe
Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens im Jahre 1872 wurde eine Fahne gekauft und dieses Fest mit einer Fahnenweihe begangen. Inzwischen hatten sich im Landkreis noch anderwärts einige Wehren gebildet, die als Gäste anwesend waren. Im Festausschuss waren auch noch die meisten Gründungsmitglieder vertreten, ein Beweis für den treuen Zusammenhalt. Angeführt werden unter anderem die Kameraden Wahl ab, Biermeier, Kainzbauer, Fegele, Schauer und Scharl. Erster uniformierter Feuerwehrmann war der Großvater von Toni Pammer senior oder der Urgroßvater von Toni Pammer junior, in dessen Druckerei diese Festschrift hergestellt wurde.
Vorstand war zur Zeit der ersten Fahnenweihe Eduard Schauer; Hauptmann Michael Steinböck. Drei Fahnenjungfrauen aus der Zeit vor 115 Jahren hat man noch in Erinnerung: Es waren dies: Magdalene Schachtner (geboren 1843), die Mutter des späteren ~ Josef Schachtner, Magdalena Pfreimtner, die Großmutter des späteren FFW-Kassiers Ludwig Zint und Elise Reiter. Sie stammte aus einer Seilerei, die später im Besitz von Kajetan Greiner war.
Oftmals im Einsatz bewährt
Die Eichendorfer Feuerwehr hat in der langen Zeit ihres Bestehens oft und oft mit dem "Feuerteufel" gekämpft und sich dabei stets bewährt. Man kann sich denken, daß die Eichendorfer Wehrmänner nicht selten auch aus der Umgebung zu Hilfe gerufen wurden, denn geraume Zeit waren sie im Umkreis die einzige Organisation, die über eine geschulte Mannschaft und für damalige Verhältnisse gute Ausrüstung verfügte. Aber auch später war sie immer schnell zur Stelle, wenn es galt, andere Wehren in der Bekämpfung größerer Brände zu unterstützen.
"Pilgerspritze" war erstes Löschgerät
Kurz nach dieser Fahnenweihe mit 10-jährigem Gründungsjubiläum wurde die erste Feuerspritze angeschafft. Es handelte sich um eine sogenannte "Pilgerspritze", ein Löschgerät, zu der noch eine Stange gehörte. Schade, daß man sie nicht mehr hat, sie wäre das wohl wertvollste Erinnerungsstück an die Anfänge des Feuerlöschwesens im heimatlichen Landkreis.
Diese Pilgerspritze diente bis 1929, wo bereits die erste Motorspritze erworben wurde. Ab anno 1906 stand den Eichendorfer Wehrmännern außer vielem Kleingerät zusätzlich eine zwölf Meter lange Schubleiter zur Verfügung.
1913 zweite Fahnenweihe mit einem Jahr Verspätung
Das vorliegende Protokollbuch gibt über viele Ereignisse und Begebenheiten aus vergangener Zeit Aufschluss. Der erste Eintrag berichtet über die außerordentliche Generalversammlung, die am 6. April 1913 mittags 12:00 Uhr im Vereinslokal "Zur Post" abgehalten wurde. Aus dieser Generalversammlung ist der herausragende Beschluss die Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen. Es wurde beschlossen: "... bei genügender finanzieller Beteiligung seitens der Bürgerschaft in der nächsten Zeit das Fest abzuhalten" und zur Aufnahme der Arbeiten wurde ein Festausschuss gebildet.
Der nächste Bericht schildert sehr ausführlich den Ablauf des Gründungsjubiläums. Damit man einen Eindruck von der damaligen Zeit bekommen kann, sei er hier vollständig wiedergegeben. Bericht über das am 13. Juni 1913 stattgefundene Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Eichendorf
"Nachdem durch Beschluss der Generalversammlung von 6. April 1913 festgestellt wurde, es sei das 50-jährige Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Eichendorf abzuhalten, trat das für diesen Zweck gewählte Festkomitee sofort in Aktion. Um die voraussichtlich nicht unerheblichen Kosten zu decken, wurde unter der Bürgerschaft und den geschäftlichen Interessenten eine Sammlung eingeleitet, die den Betrag von 340.- Mark ergab.
In dieser Summe waren inbegriffen: 50.- Mark von seiner Hochgeboren Herrn Reichsrat Grafen von Arco auf Valley, Schloß Adidorf, ferner 10.- Mark als Geschenk für Bewirtung der noch lebenden fünf Gründungsmitglieder von Herrn Vereinsvorstand Bürgermeister Dr. Ed. Brückner, weitere 13.- Mark spendete Hochwürden H. Pfarrer Härtlmayr in der Weise, daß er die Kosten für den aus Deggendorf herbeigezogenen Aushilfspriester aus seiner Tasche bestritt.
Um aber nun allen Eventualitäten gewachsen zu sein und die ohnehin geringen Mittel der Regiekasse nicht noch mehr zu schwächen, wurde aus dem Sparkassendepot der Betrag von 230,34 Mark entnommen und in die Festkasse übergeben zur Deckung eines allenfallsigen Defizites.
Von der finanziellen Seite also erschien das Fest gesichert und es ergingen daher auch sofort die Einladungen, welche an 127 Vereine versandt wurden, von denen 66 Vereine der Einladung Folge leisteten.
Es waren dies nachstehende:
Griesbach, Pilsting, Plattling, Otzing, Oberpäring, Perbing, Aholming, Mettenhausen, Tabertshausen, Wildthurn, Niederhausen, Buchhofen, Malgersdorf, Ettling, Dornach, Hainberg, Niederreisbach, Kirchdorf, Niederpäring, Aunkirchen, Schmiedorf, Exing, Thanndorf, Reichstorf, Adldorf, Aufhausen, Göttersdorf, Kriestorf, Jägerndorf, Neusling, Ramstorf, Mariakirchen, Reichersdorf, Wisselsdorf, Haingersdorf, Möding, Tabekendorf, Pärndorf, Oberhausen, Thalham, Niederhäcking, Prunn, Haunersdorf, Lappersdorf, Roßbach, Gergweis, Arnstorf, Oberhöcking, Landau a. d. Isar, Weiyer, Laimbach, Gneiding, Obergrafendorf, Pleinting, Reisbach, Haidenburg, Mamming, Münchsdorf, Untergrafendorf, Kammern, Hartkirchen, Aidenbach, Wallerfing, Indersbach, Kröhstorf, Vilshofen.
Was nun das Fest selbst anbelangt, so war dasselbe außerordentlich vom Wetter begünstigt. Ein Umstand, der viel dazu beitrug, daß das angesetzte Programm so prompt erledigt werden konnte.
Schon am Vorabend nach dem Zapfenstreich versammelten sich Bürgerschaft und Feuerwehr im schön restaurierten Sommerkeller "Zur Post", wo die durch die Kapelle Gergweis auf 16 Mann verstärkte Musikgesellschaft ein vorzügliches Programm zu Gehör brachte. Hier sei auch der Bayerischen Oberlandzentrale München gedankt, welche durch ihre Angestellten eine sehr schöne Kellerbeleuchtung kostenlos herstellte.
Sonntag morgens fünf Uhr erklang musikalischer Weckruf durch die Straßen des Marktes. Von sieben bis neun Uhr fand Empfang der mit zahlreichster Mannschaft ankommenden Vereine statt. Um 10.30 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug, welcher sich in imposanter Weise entwickelte. Es nahmen an demselben 72 Vereinsfahnen teil. Den Festgottesdienst hielt Hochwürden Herr Redemptoristenpater Netzer aus Deggendorf, welcher auch eine das Fest behandelnde zu 1-terzen gehende Ansprache hielt. Noch muß hier erwähnt werden, daß auch der hiesige Musikalische Verein unter der Vorstandschaft des Herrn Hauptiehrer Ditsch auf Ansuchen den musikalischen Teil der kirchlichen Feier übernahm und in mustergültiger Weise zur Durchführung brachte.
Nach dem Gottesdienst bewegte sich der Zug zur schön geschmückten Festtribüne zurück. Dort angekommen, sprach die Festjungfrau Frl. Fanny Steitz einen sehr sinnigen Prolog. Hierauf hielt Herr Vereinsvorstand und Bürgermeister Dr. Eduard Brückner die Festrede, wobei er in trefflicher Weise auf die Geschichte des Vereins hinwies und besonders die junge Generation aufforderte, es an Tatkraft und Arbeitsfreude den Vorfahren gleichzutun.
Ebenso richtete Herr Bezirksfeuerwehrvertreter, der das Fest mit seiner Anwesenheit beehrte, treffende Worte über das Feuerwehrwesen an die Festversammlung. Hierauf folgte die Verleihung der von der Marktgemeinde Eichendorf gestifteten Diplome für 50-jährige Dienstzeit an die nachstehenden Herren Jubilare:
1927 dritte Fahnenweihe
Kameradschaft war bei der Eichendorfer Feuerwehr schon damals großgeschrieben. Denn unsere Vorgänger feierten die Feste wie sie fielen. Im Jahre 1913 also das 50-jährige Feuerwehrjubiläum und im Jahre 1927 bereits das 65-jährige Gründungsfest wiederum mit Fahnenweihe. Das Amt der Fahnenmutter übernahm damals Frau Sanitätsrat Aicher. Einzelheiten gehen aus einem uralten Zeitungsartikel hervor, der von diesem Fest berichtet. Dieser "Oldie" von 1927 ist auf der nächsten Seite im Originaltext abgedruckt.
Rückblickend seien noch jene Ehrengäste in Erinnerung gerufen, die an der Fahnenweihe im Jahre 1927 Anteil hatten:
- Zelebrant: Hochwürden Herr Pfarrer Ludwig Kreuzeder
- Fahnenmutter: Frau Sanitätsrat Aicher
- Vorstand und zugleich Kommandant: Herr Josef Hofinger
- Festjungfrauen: Frl. Paula Gruber
- Frl. Anni Baierl
- Frl. Fanny BaierI
- Frl. Mane Breuherr
1929 Anschaffung der ersten Motorspritze
Anno 1929, so konnte in Erfahrung gebracht werden, wurde von der Marktgemeinde eine Feuerlöschpumpe gekauft. Diese Anschaffung war notwendig, weil seitens des Marktes der Bau einer Wasserleitung gescheitert war. Bei diesem für damalige Verhältnisse hochmodernen Löschgerät handelte es sich um eine TS 8 der Marke Magirus mit einem Viertakter Breuer Boxermotor.
Der Zweite Weltkrieg und die Folgen
Im Jahre 1932 vollzog sich ein Kommandantenwechsel: Josef Zankl wurde Nachfolger von Josef Hofinger. Zankt hatte dieses Amt bis Kriegsbeginn 1939 inne. Von 1939 bis 1941 leitete Anton Sendlmeier als Kommandant die Geschicke der Wehr. Als auch er in den Krieg ziehen musste, stand die Freiwillige Feuerwehr Eichendorf unter der Leitung eines damals zuständigen Luftschutzwartes. Nach Kriegsende, von 1945 bis 1946, war Josef Bogner kommissarischer Kommandant.
Als Josef Zankt 1946 von der Gefangenschaft heimkehrte, wurde er wieder zum Kommandanten gewählt. Er wurde jedoch Leiter einer Feuerwehr, die eigentlich nur noch auf dem Papier Bestand hatte. Der Krieg hatte alles zerstört. Im Gerätehaus war ein Großteil an Uniform und Ausrüstung entwendet worden. Auch der Mannschaftsbestand war verschwindend klein und so musste man wieder von vorne anfangen. Mit Fleiß und Zähigkeit wurde der Neuaufbau in die Wege geleitet.
Neuaufbau mit Schwierigkeiten
Aus dem Tätigkeitsbericht des Kommandanten für das Jahr 1955 ist zu entnehmen, dass während des ganzen Jahres nur drei übungen stattfinden konnten und die erst im Herbst, da ein volles Jahr keine einsatzfähige Spritze zur Verfügung stand. Im Herbst 1955 schließlich wurde eine neue TS 8/8 angekauft, jene TS 8 also, die heute noch im Gerätehaus steht. Wegen ihres nun doch schon gesegneten Alters von über drei Jahrzehnten ist sie allerdings nur noch für übungszwecke tauglich. Der folgende Zeitungsbericht auf Seite 25 zeigt dieses Gerät bei einer übung im Jahre 1961.
1959 das erste Leistungsabzeichen
Am 17. Juli 1959 unterzogen sich neun Aktive der Wehr der damals erst kürzlich ins Leben gerufenen Leistungsprüfung. Diese erste Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Eichendorf war zugleich eine der ersten in ganz Bayern. Löschmeister Franz Faber fungierte als Gruppenführer. Die anderen "Pioniere" hießen: Walter Frammersberger, Erwin Sager, Alwin Huber, Alois Grum, Josef Schönhofer senior, Johann Meier, Rudolf Cako und Hans Burks. Mit von der Partie wäre auch Max Steinbeißer gewesen. Dieser konnte aber die Prüfung nicht absolvieren, da er sich am Tag zuvor eine Handverletzung zugezogen hatte. Die Prüfung wurde mit Bravour bestanden und so erhielten die Wehrmänner ihr erstes Leistungsabzeichen in Bronze.
Kleine Bildernachlese
Die Freiwillige Feuerwehr hatte ihre Hundertjahrfeier mit Fahnenweihe besonders schön gestaltet. Nach der vielen Mühe, die man sich gegeben hatte, war es bitter, dass der Festakt am Oberanger durch einen kleinen Wolkenbruch unterbrochen wurde. Kirchen- und Festzug waren wenigstens verschont geblieben. Die Gruppe mit der Fahnenmutter Frau Traudl Baien sowie den Fahnen- und Festjungfrauen bot ein besonders schönes Bild. Im Saal des Gasthauses "Zur Post" wohin man sich zur Fortsetzung des Festaktes geflüchtet hatte, heftete die Fahnenmutter der von Pfarrer Demmler geweihten neuen Fahne ein prächtiges Band an.
Rückblickend seien noch einmal jene Ehrengäste in Erinnerung gerufen, die an der Fahnenweihe 1962 erheblichen Anteil hatten:
- Zelebrant: Hochwürden Herr Pfarrer Josef Demmler
- Fahnenmutter: Frau Traudl Baierl
- Vorstand: Georg Waldherr
- Kommandant: Franz Faber
- Festjungfrauen: Frl. Annerose Busch
- Frl. Annerl Apfelböck
- Frl Margit Maier
- Frl Brigitte Zint
Stützpunktfeuerwehr seit 1964
Inzwischen war Franz Faber zum neuen Kommandanten gewählt worden. (1961). Drei Jahre später ging für die Wehrmänner ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: In Anwesenheit prominenter Gäste, mit dem damaligen Landrat Dr. Winklhofer an der Spitze, wurde im Rahmen einer schlichten Feier ein Tanklöschfahrzeug übergeben.
Es handelte sich dabei um das freigewordene TLF der Stadt Landau, welches zwar nicht mehr neu war, aber sehr gut erhalten. Mit diesem Fahrzeug, so Landrat Dr. Winklhofer bei der Festansprache, konnte im unteren Vilstal eine große Lücke geschlossen werden. Er hob die Bedeutung hervor, dass fortan das untere Vilstal in der Eichendorfer Wehr einen schlagkräftigen Zentralpunkt habe.
Toni Sandner, damals Kreisbrandinspektor, verlieh seiner Freude Ausdruck, dass Eichendorf nun Stützpunktfeuerwehr geworden war. über ein solches Fahrzeug zu verfügen sein nicht nur für die Wehr, sondern auch für die Bevölkerung von Eichendorf und Umgebung sehr beruhigend.
Im Anschluss daran überreichte Bürgermeister Karl Specht dem Kommandanten Franz Faber die Schlüssel für das langersehnte Tanklöschfahrzeug. Im Herbergslokal "Zur Post" gab es ein Festessen, bei dem Vorstand Georg Waldherr auch Frau Traudl Baierl als Fahnenmutter begrüßen konnte. Kreisbrandinspektor Sandner überreichte mit anerkennenden Worten an die Männer der vierten Löschgruppe das im Spätsommer erworbene Leistungsabzeichen in Bronze. Es waren dies Gruppenführer Anton Seidl, Maschinist Xaver Steinbeißer, ferner Franz Westenthanner, Karl Amann, Georg Wimberger, Josef Schwarzmeier, Hans Brückner, Benjamin Leberfinger und Josef Knab. Besondere Worte des Dankes fand der Kreisbrandinspektor für den ältesten Karl Amann mit fast sechzig und den jüngsten Georg Wimberger mit erst 17 Jahren. Bürgermeister Karl Specht gratulierte herzlich. Der Rest des Abends war froher Kameradschaft gewidmet.
Von den darauf folgenden Jahren gibt es wenig markantes zu berichten, außer vielen übungen und zahlreichen Einsätzen natürlich. Das nächste herausragende Ereignis in der Vereinsgeschichte der Jubelwehr folgte erst sieben Jahre später, bei der übernahme des jetzigen
1971 Anschaffung eines TLF 16/25
Pfarrer Demmler weihte vor dem Pfarrhof das neue Fahrzeug, das modernste Löschfahrzeug im Landkreis
Die Freiwillige Feuerwehr wird noch lange an den 20. November 1971 zurückdenken, denn am Samstag wurde das neue Tanklöschfahrzeug seinen Bestimmung übergeben. Damit verfügt die Stützpunktfeuerwehr über das modernste Fahrzeug im Landkreis, dessen Kosten in Höhe von rund 80 000 Mark von Gemeinde, Landkreis und Wehr gemeinsam finanziert worden sind. Bei der Feier im Gasthaus "Zur Post" beglückwünschten die Redner die Wehr zu diesem Fahrzeug, lobten den Ausbildungsstand der Eichendorfer und sprachen die Hoffnung aus, dass das Tanklöschfahrzeug 16 zwar immer einsatzbereit sein möge, aber nur wenig im Ernstfall gebraucht werde.
Außer den Gästen Landrat Dr. Winklhofer, Kreisbrandinspektor Sandner, Bürgermeister Karl Specht, 2. Bürgermeister Westenthanner waren mehrere Kreis- und Markträte, Ehrenvorstand der Wehr, Georg Waldherr und etwa zwei Dutzend Einwohner gekommen. Mit dem Kommandanten Franz Faber waren vor dem Pfarrhof zwei Löschgruppen in Uniform angetreten, als im Auftrag der Lieferfirma H. Wagner die Schlüssel zum neuen Tanklöschfahrzeug Bürgermeister Karl Specht übergab. Er wünschte zugleich, dass das neue Fahrzeug wenig gebraucht werde, aber stets einsatzbereit sein möge. Die Gemeinde und die Freiwillige Feuerwehr könnten stolz sein auf dieses Fahrzeug. Bürgermeister Karl Specht gab die Schlüssel an den Kommandanten der Wehr, Franz Faber, mit den besten Glückwünschen für die Wehrmänner weiter und sprach die Bitte aus, das Fahrzeug stets in "Schuss" zu halten.
Pfarrer Demmler nahm die Segnung vor. Er sagte unter anderem, freiwilliger Einsatz zum Wohle der Gesamtheit sei immer eine Sache des Idealismus, denn der Einsatz bedeute immer Opfer an Freizeit, manchmal auch verbunden mit oft unangenehmen Leistungen.
Pfarrer Demmler sprach Bittgebete für Fahrzeug und Mannschaft, auf dass sie vor Schaden an Leib und Seele verschont bleiben mögen.
Nach einer kurzen "Vorstellungsfahrt" für Ehrengäste und Feuerwehrmänner fand im Gasthaus "Zur Post" noch eine Feier statt. Bürgermeister Karl Specht begrüßte und stellte fest, dass mit der übergabe des neuen Fahrzeugs ein langersehnter Wunsch der Wehr in Erfüllung gegangen sei. Das alte Fahrzeug habe 21 Jahre Dienst getan, davon sieben Jahre in Eichendorf, nachdem es von der Landauer Wehr käuflich erworben worden sei. Der Marktrat habe sich im vergangenen Jahr entschlossen, das neue Tanklöschfahrzeug 16/25 zu erwerben und mit einem Betrag in Höhe von 40000 DM ein großes Opfer gebracht. Dass der Landkreis die hiesige Stützpunktwehr mit 28000 DM bezuschusst habe, sei sehr erfreulich und verpflichte, allen, die sich für die Gewährung dieses Zuschusses eingesetzt hatten, zu danken, insbesondere Kreisbrandinspektor Toni Sandner. Die Eichendorfer Wehr verfüge nun über das modernste Fahrzeug im Landkreis, das rund 80000.- DM gekostet habe. Es sei auch, was die Wartung betreffe, in guten Händen. Dafür bürge schon Kommandant Faber, der immer besorgt sei, dass alle Gerätschaften stets in bestem Zustand sind. Mit dem Wunsche, es möge der kameradschaftliche Geist auch weiter bestimmend sein und man möge dieses Fahrzeug nur zu übungszwecken brauchen, beendete Bürgermeister Specht seine Ansprache.
Landrat Dr. Winklhofer nannte den Tag der übergabe des TLF 16/25 ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Mit diesem neuen Gerät könne der Ausbildungsstand noch mehr verbessert werden. Auch der Markt Eichendorf hätte mit seinem finanziellen Beitrag einen Beweis erbracht, dass er die Belange der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Trotz anderer wichtiger Aufgaben hätten sich der Bürgermeister und die Markträte entschlossen, diesem Kauf zuzustimmen. Dies sei beispielgebend für andere Gemeinden im Landkreis Landau. Mit der übergabe des neuen Tanklöschfahrzeuges sei auch ein Wunsch von Kreisbrandinspektor Sandner erfüllt worden, der schon beim Kreisfeuerwehrtag 1970 von der Notwendigkeit der Fahrzeugbeschaffung für die Eichendorfer Wehr plädiert habe. Das moderne Fahrzeug bringt aber auch Verpflichtungen mit sich. Der Landrat dankte allen Wehrmännern für ihren bisherigen Einsatz und sprach sich anerkennend darüber aus, dass sich gerade in Eichendorf in ihren Reihen so viele junge Männer befinden. Es sei ein guter Start mit dem neuen Fahrzeug, das gerade im Zeichen der Großgemeinden zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist.
Kreisbrandinspektor Toni Sandner bezeichnete das neue Fahrzeug als einen wichtigen Grundstock des Helfens und der Bereitschaft. Die Zeit schreite voran, das alte Fahrzeug habe für Feuerlöschzwecke ausgedient, der Markt hätte dafür Verständnis gezeigt, dass die Wehr ein modernes Fahrzeug brauche. Es genüge aber nicht, dass verantwortungsbewusste Stellen ihren finanziellen Beitrag geleistet hätten, auch die Wehr selbst habe aus ihrer Vereinskassse einen Betrag von 3000.- DM zur Verfügung gestellt. Das sei eine stolze Leistung. Dieser Tag werde ein Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr sein. Das neue Fahrzeug bringe zwar für Kommandanten und Männer mehr Arbeit mit sich, doch trage es durch seine gute Ausstattung wesentlich dazu bei, die Schlagkraft der Stützpunktfeuerwehr erheblich
Unter den Gästen sah man den Landrat Dr. Winklhofer, Bürgermeister Specht und Kreisbrandinspektor Toni Sandner zu verbessern. "Honoriert die großartige Hilfe der Gemeinde mit bewährter Hilfsbereitschaft, dann hat der Schritt nach vorne einen Sinn." Dieses neue Fahrzeug bedeutet nach den Worten Sandners für das ganze mittlere Vilstal eine Stärkung in der Abwehr von Feuersgefahr.
Abschließend dankte Kommandant Franz Faber allen, die es ermöglicht hatten, dieses Fahrzeug zu beschaffen, besonders aber dem Bürgermeister und den Markträten. "Wir sind uns bewusst, was wir für ein wertvolles Fahrzeug erhalten haben und werden uns seiner würdig erweisen." Sein Dank galt auch dem Landrat und den Kreisräten für den Zuschuss, besonders auch dem Kreisbrandinspektor für sein stetes Wohlwollen. Er übergab einen Scheck in Höhe von 3000 Mark als finanziellen Beitrag der Wehr an Bürgermeister Karl Specht. Mit einem Essen klang die Feier aus.
Unter den Gästen sah man den Landrat Dr. Winklhofer, Bürgermeister Specht und Kreisbrandinspektor Toni Sandner Der Ankauf des Rettungsspreizers, ein Gemeinschaftswerk aller Wehren!
Im Rahmen einer Kommandantenversammlung im Jahre 1981, zu der Bürgermeister Wagner eingeladen hatte, galt es ein Problem zu diskutieren und anzupacken. Die Verkehrsunfälle im Gemeindebereich häuften sich und die Feuerwehren der Großgemeinde waren dafür nicht gerüstet. Die nächstgelegenen Rettungsgeräte waren in Landau stationiert. Dies war auf Dauer ein untragbarer Zustand. Der Ankauf einer Rettungsschere mit Rettungsspreizer zum baldmöglichen Zeitpunkt musste seitens der Gemeinde ins Auge gefasst werden, was natürlich mit hohen Kosten verbunden war.
Deshalb regte Bürgermeister Max Wagner an, auf Großgemeindeebene ein Feuerwehrfest zu veranstalten, um vom Reinerlös die Rettungsgeräte zu erwerben. Gesagt, getan!
Im Juli 1981 stieg in Adldorf dieses Fest, eine Gemeinschaftsveranstaltung aller 14 Feuerwehren der Großgemeinde. Jede Wehr leistete ihren Beitrag zum Gelingen dieser Veranstaltung. Durch den überaus guten Besuch dieses Festes seitens der Gemeindebürger kam ein ansehnlicher Betrag zustande, der die Gemeinde finanziell entlastete.
Die Gerätschaften wurden sofort in Auftrag gegeben und in Eichendorf im Tanklöschfahrzeug stationiert. Seither kann bei Verkehrsunfällen aller Art schnelle Hilfe geleistet werden.
1982 Feier des 120-jährigen Gründungsfestes
Für das 120-jährige Gründungsjubiläum vor fünf Jahren hatte die Vorstandschaft einen bescheidenen Rahmen gewählt. Angeführt von der Malgersdorfer Blaskapelle marschierten cirka fünfzig Aktive der Wehr gemeinsam mit einer Abordnung des Patenvereins Adldorf und zahlreichen Ehrengästen vom Vereinslokal Gasthaus "Zur Post" über den oberen Marktplatz, die Landauer Straße und den Oberanger zur Pfarrkirche. Pfarrer Kroneder zelebrierte den Festgottesdienst, der zum Gedenken an die Verstorbenen der Wehr gefeiert wurde.
In seiner Predigt sagte Pfarrer Kroneder unter anderem, dass es eine Christenpflicht sei, den Mitmenschen in Not zu helfen. Diese Christenpflicht werde von der Freiwilligen Feuerwehr Eichendorf schon 120 Jahre ausgeübt, was eine edle Tat der Gemeindschaft gegenüber darstelle. Pfarrer Kroneder schloss mit der Hoffnung, dass die Zukunft für die "Männer des Helfens" wenig Ernstfälle bringen möge.
Die oberen Fotos zeigen den Kirchenzug, unten links die neuen Ehrenmitglieder und unten rechts die für 25-jährige Mitgliedschaft mit dem Silbernen Treueabzeichen geehrten Wehrmänner. Nach dem Gottesdienst zogen die Teilnehmer zurück ins Herbergslokal, wo bei einem Ehrenabend frühere Eichendorfer Wehrmänner zu Ehrenmitgliedern ernannt und Aktive für 25-jährige und 10-jährige Treue geehrt wurden. Mit einem Essen wurde der "Familienabend" eingeleitet. Vorstand Franz Glashauser begrüßte insbesondere Bürgermeister Max Wagner, Kreisbrandrat Toni Sandner, die Abordnung des Patenvereins Adldorf mit dem 1. Kommandanten Ludwig Thalhammer, Herrn Pfarrer Kroneder, sowie Ehrenvorstand Georg Waldherr.
Kommandant Franz Faber schilderte mit eigenen Worten die lange Vereinsgeschichte der Jubelwehr. Im Anschluss daran nahm Kreisbrandrat Toni Sandner die Ehrung vor.
Folgende Senioren wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt:
Xaver Busch, Josef Weinberger, Peter Sauer, Xaver Faber, Josef Veicht, Theo Seidl, Josef Frammersberger und Josef Dorfmeister.
für 25-jährige aktive Dienstzeit wurden ausgezeichnet:
Hans Ernst, Heinrich Reiser, Josef Schwarzmeier, Günther Tschierschke und Xaver Willeitner. Für 20 Jahre aktiven Dienst wurde Hans Widmann geehrt.
Uniformstreifen für 10-jährige aktive Mitgliedschaft erhielten:
Josef Cako, Franz Eder, Fritz Lohmer, Max Nirschl, Franz Stadler, Klaus Winkler und Hans Wünsche.
Nach den Ehrungen sprach Bürgermeister Wagner der Jubelwehr die Glückwünsche aus
Die oberen Fotos zeigen den Kirchenzug, unten links die neuen Ehrenmitglieder und unten rechts die für 25-jährige Mitgliedschaft mit dem Silbernen Treueabzeichen geehrten Wehrmänner. und dankte allen Geehrten für ihre Treue und Hilfsbereitschaft. Vieles habe sich in der Zeit seit der Gründung geändert, die Bereitschaft, den Nächsten in Not zu helfen allerdings nicht.
Stille Alarmierung seit 1983
Die Stützpunktfeuerwehr Eichendorf ist seit Dezember 1983 mit der stillen Alarmierung ausgerüstet. Der Kommandant, sein Stellvertreter, die beiden Löschmeister und weitere acht Feuerwehrmänner sind über diese sogenannten "Piepser" bei jeder Tages- und Nachtzeit zu erreichen. Dieses System hat den Vorteil, dass bei kleineren Einsätzen (umgestürzte Bäume usw.) kein Sirenenalarm mehr ausgelöst werden muss und so den Bürgern unnötiger Aufruhr erspart bleibt.
Auch die Alarmierung bei Verkehrsunfällen erfolgt grundsätzlich über diese Telesignale um zu verhindern, dass Zuschauer die Rettungsarbeiten beeinträchtigen. Bei Brandeinsätzen aller Art wird jedoch weiterhin Sirenenalarm ausgelöst.
Einmal im Jahr, meist im November, versammeln sich die Feuerwehrmänner in Uniform in der hiesigen Pfarrkirche zu einem Gedenkgottesdienst für alle im Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder. Dies soll als äußeres Zeichen verstanden werden, dass die Wehr diese Kameraden nicht vergessen hat. Auch die Fahne gehört zu diesem Gottesdienst. Mit den aktiven Mitgliedern nimmt auch die gesamte Vorstandschaft an diesem Gedenkgottesdienst teil.
1985 Einweihung des neuen Gerätehauses
Der 26. April 1985 ist ein stolzer Tag in der Vereinsgeschichte der Jubelwehr. An jenem kühlen Freitagabend wurde unser neues Heim von Monsignore Pfarrer Demmler feierlich eingeweiht und von Bürgermeister Max Wagner offiziell seiner Bestimmung übergeben.
